MWST-Rechner
Mit dem MWST-Rechner berechnest du die Mehrwertsteuer für Deutschland, die Schweiz und Österreich. Wähle dein Land, gib den Betrag ein und entscheide, ob du den Nettobetrag aufschlagen oder die MwSt aus einem Bruttobetrag herausrechnen möchtest. Das Ergebnis zeigt dir Nettobetrag, Bruttobetrag und den genauen Steuerbetrag auf einen Blick.
MWST-Rechner Deutschland
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer?
Der Normalsatz beträgt in Deutschland 19 %, in der Schweiz 8.1 % und in Österreich 20 %. Daneben gibt es in allen drei Ländern ermässigte Sätze für Grundbedarfsgüter wie Lebensmittel und Bücher: Deutschland 7 %, Schweiz 2.6 %, Österreich 10 %. Die Schweiz kennt zusätzlich einen Sondersatz von 3.8 % für Beherbergungsleistungen, Österreich einen Satz von 13 % für Beherbergung und Kulturveranstaltungen.
Wer einen konkreten Betrag umrechnen möchte, kann den MWST-Rechner oben verwenden: Einfach Land, Betrag und Richtung (Netto zu Brutto oder umgekehrt) wählen und das Ergebnis ablesen.
Mehrwertsteuer berechnen: Formel & Rechenbeispiele
Die Berechnung der Mehrwertsteuer basiert auf einfacher Prozentrechnung und folgt in allen drei DACH-Ländern denselben zwei Grundformeln: Aufschlagen und Herausrechnen. Der einzige Unterschied zwischen den Ländern ist der jeweils geltende Steuersatz.
MwSt aufschlagen (Netto zu Brutto)
Wer den Nettobetrag kennt und den Bruttobetrag (inkl. MwSt.) ermitteln möchte, verwendet folgende Formeln:
Formeln
Mehrwertsteuerbetrag = Nettobetrag × (Steuersatz / 100)
Bruttobetrag = Nettobetrag × (1 + Steuersatz / 100)
Der Steuersatz wird als Dezimalzahl eingesetzt: 19 % entspricht 0.19, 8.1 % entspricht 0.081, 20 % entspricht 0.20. Der Faktor (1 + Steuersatz / 100) fasst Nettobetrag und Steuerbetrag in einem einzigen Rechenschritt zusammen: Bei 19 % ist der Multiplikator 1.190, bei 8.1 % ist er 1.081, bei 20 % ist er 1.200.
Beispiel DE (19 %)
Nettobetrag: 200,00 EUR, Steuersatz: 19 %
1. Mehrwertsteuerbetrag = 200,00 EUR × 0.19 = 38,00 EUR
2. Bruttobetrag = 200,00 EUR × 1.190 = 238,00 EUR
Beispiel CH (8.1 %)
Nettobetrag: 150,00 CHF, Steuersatz: 8.1 %
1. Mehrwertsteuerbetrag = 150,00 CHF × 0.081 = 12,15 CHF
2. Bruttobetrag = 150,00 CHF × 1.081 = 162,15 CHF
Beispiel AT (10 %)
Nettobetrag: 80,00 EUR, ermässigter Steuersatz: 10 %
1. Mehrwertsteuerbetrag = 80,00 EUR × 0.10 = 8,00 EUR
2. Bruttobetrag = 80,00 EUR × 1.100 = 88,00 EUR
MwSt herausrechnen (Brutto zu Netto)
Wer nur den Bruttobetrag kennt und den enthaltenen Steuerbetrag ermitteln möchte, darf nicht einfach den Steuersatz vom Bruttobetrag abziehen. Das ist ein häufiger Rechenfehler. Die korrekte Formel lautet:
Formeln
Nettobetrag = Bruttobetrag ÷ (1 + Steuersatz / 100)
Mehrwertsteuerbetrag = Bruttobetrag − Nettobetrag
Warum nicht einfach 19 % vom Brutto abziehen?
Bei einem Bruttobetrag von 119.00 EUR sind genau 19.00 EUR Steuer enthalten.
Wer aber 19 % direkt vom Bruttobetrag abzieht, erhält 119.00 × 0.19 = 22.61 EUR –
ein falsches Ergebnis. Der Steuersatz wird auf den Nettobetrag (= 100 %) angewendet,
der Bruttobetrag stellt aber 119 % dar. Die korrekte Rückrechnung:
119.00 ÷ 1.190 = 100 EUR netto, Steuerbetrag = 19.00 EUR.
Beispiel DE (19 %)
Bruttobetrag: 595,00 EUR, Steuersatz: 19 %
1. Nettobetrag = 595,00 EUR / 1.190 = 500,00 EUR
2. Mehrwertsteuerbetrag = 595,00 EUR − 500,00 EUR = 95,00 EUR
Beispiel CH (8.1 %)
Bruttobetrag: 270,25 CHF, Steuersatz: 8.1 %
1. Nettobetrag = 270,25 CHF / 1.081 = 250,00 CHF
2. Mehrwertsteuerbetrag = 270,25 CHF − 250,00 CHF = 20,25 CHF
Beispiel AT (20 %)
Bruttobetrag: 480,00 EUR, Normalsatz: 20 %
1. Nettobetrag = 480,00 EUR / 1.200 = 400,00 EUR
2. Mehrwertsteuerbetrag = 480,00 EUR − 400,00 EUR = 80,00 EUR
Übersichtstabelle: Multiplikatoren nach Land und Satz
| Land | Steuersatz | Multiplikator (Aufschlag) | Divisor (Herausrechnen) |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 19.0 % | 1.190 | 1.190 |
| Deutschland | 7.0 % | 1.070 | 1.070 |
| Schweiz | 8.1 % | 1.081 | 1.081 |
| Schweiz | 3.8 % | 1.038 | 1.038 |
| Schweiz | 2.6 % | 1.026 | 1.026 |
| Österreich | 20.0 % | 1.200 | 1.200 |
| Österreich | 13.0 % | 1.130 | 1.130 |
| Österreich | 10.0 % | 1.100 | 1.100 |
Beim Aufschlagen wird der Nettobetrag mit dem Multiplikator multipliziert. Beim Herausrechnen wird der Bruttobetrag durch denselben Wert dividiert.
Was ist die Mehrwertsteuer? Definition & Unterschied zur Umsatzsteuer
Die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Verbrauchsteuer, die auf nahezu alle Waren und Dienstleistungen erhoben wird. Sie wird nicht direkt vom Staat eingezogen, sondern von Unternehmen beim Verkauf aufgeschlagen, eingenommen und anschliessend an das Finanzamt weitergeleitet. Wirtschaftlich trägt die Last am Ende stets der Endverbraucher, da der aufgeschlagene Steuerbetrag im Kaufpreis enthalten ist.
Das Prinzip der Mehrwertsteuer ist es, nur den Mehrwert zu besteuern, der auf jeder Produktionsstufe entsteht. Ein Hersteller kauft Rohstoffe (zahlt dabei Vorsteuer), verarbeitet sie zu einem Produkt und verkauft dieses weiter (erhebt dabei Umsatzsteuer). Die Differenz zwischen eingenommener Steuer und bereits bezahlter Vorsteuer führt er an den Staat ab.
Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer und Vorsteuer: Was ist der Unterschied?
| Begriff | Perspektive | Erklärung |
|---|---|---|
| Umsatzsteuer (USt) | Unternehmen / Gesetz | Offizieller Begriff im deutschen und österreichischen Umsatzsteuergesetz. Was ein Unternehmen auf seine Verkäufe erhebt und ans Finanzamt abführt. |
| Mehrwertsteuer (MwSt) | Verbraucher / Umgangssprache | Umgangssprachlicher Begriff für dieselbe Steuer. Beschreibt den Aufschlag, den der Endverbraucher zahlt. |
| Vorsteuer | Unternehmen / Einkauf | Die MwSt, die ein Unternehmen selbst beim Einkauf bezahlt. Sie kann mit der geschuldeten Umsatzsteuer verrechnet werden. |
In Deutschland und Österreich sind Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer rechtlich identisch. Der Begriff Umsatzsteuer ist die gesetzlich korrekte Bezeichnung; auf Rechnungen muss er verwendet werden. Im Alltag hat sich «Mehrwertsteuer» durchgesetzt.
In der Schweiz ist die Situation anders: Die MWST (in Grossbuchstaben) ist eine eigenständige Steuer, geregelt im Mehrwertsteuergesetz (MWSTG), und nicht im EU-Mehrwertsteuerrecht verankert. Der Begriff MWST ist in der Schweiz auch offiziell und gesetzlich korrekt.
Mehrwertsteuer in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Vergleich
| Merkmal | Deutschland | Schweiz | Österreich |
|---|---|---|---|
| Offizieller Name | Umsatzsteuer (USt) | MWST | Umsatzsteuer (USt) |
| Gesetzliche Grundlage | UStG | MWSTG | UStG 1994 |
| Normalsatz | 19 % | 8.1 % | 20 % |
| Ermässigter Satz | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| Sondersatz | – | 3.8 % (Beherbergung) | 13 % (Beherbergung, Kultur) |
| Kleinunternehmergrenze | 25'000 EUR Nettoumsatz | 100'000 CHF | 55'000 EUR Bruttoumsatz |
| EU-Mitglied | Ja | Nein | Ja |
Was bedeutet inkl., exkl. und zzgl. MwSt.?
Inklusive Mehrwertsteuer. Der angegebene Preis ist der Bruttopreis – die Mehrwertsteuer ist bereits enthalten. Im Privatkunden-Handel (B2C) ist dies Pflicht: Endpreise müssen stets inkl. MwSt. ausgewiesen werden.
Exklusive bzw. zuzüglich Mehrwertsteuer. Der angegebene Preis ist der Nettopreis – die Mehrwertsteuer wird noch zusätzlich aufgeschlagen. Typisch für Geschäftskundenangebote (B2B), da Unternehmen die MwSt als Vorsteuer abziehen können.
Der Verkäufer ist ein Gewerbetreibender und kann eine Rechnung mit separat ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellen. Für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmenskäufer ein Vorteil – sie können den Steuerbetrag als Vorsteuer zurückfordern. Für Privatkäufer keine steuerliche Auswirkung. Begriff taucht häufig bei Gebrauchtwagenangeboten auf.
Der Verkäufer ist eine Privatperson oder ein Kleinunternehmen ohne MwSt-Pflicht. Es kann keine Rechnung mit ausgewiesener Steuer ausgestellt werden; ein Vorsteuerabzug ist nicht möglich.
Internationale Bezeichnungen
| Land / Region | Bezeichnung |
|---|---|
| Deutschland, Österreich | Umsatzsteuer (USt), umgangssprachlich MwSt |
| Schweiz | MWST (Mehrwertsteuer) |
| EU allgemein | VAT (Value Added Tax) |
| Frankreich | TVA (Taxe sur la valeur ajoutée) |
| Italien | IVA (Imposta sul valore aggiunto) |
| Grossbritannien | VAT (Value Added Tax) |
Mit einem Normalsatz von 19 % liegt Deutschland im EU-Vergleich im unteren Bereich. Die höchste Mehrwertsteuer der EU erhebt Ungarn mit 27 %, die niedrigste Luxemburg mit 17 %.
MwSt-Sätze im DACH-Vergleich: Deutschland, Schweiz & Österreich
Die Mehrwertsteuersätze unterscheiden sich in den drei DACH-Ländern erheblich. Während die Schweiz mit einem Normalsatz von 8.1 % zu den niedrigsten in Europa zählt, liegt Österreich mit 20 % leicht über dem deutschen Normalsatz von 19 %. Allen drei Ländern gemeinsam ist das Prinzip der ermässigten Sätze für Grundbedarfsgüter.
Übersichtstabelle: Aktuelle MwSt-Sätze DE / CH / AT
| Satz | Deutschland | Schweiz | Österreich |
|---|---|---|---|
| Normalsatz | 19 % | 8.1 % | 20 % |
| Ermässigter Satz | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| Sondersatz | – | 3.8 % (Beherbergung) | 13 % (Beherbergung, Kultur) |
| Nullsatz | 0 % (PV-Anlagen) | 0 % (Exporte) | 0 % (PV-Anlagen, Exporte) |
Die Sätze werden regelmässig überprüft. Für rechtsverbindliche Auskünfte wende dich an das zuständige Finanzamt oder die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV).
Deutschland: MwSt-Sätze im Detail
| Steuersatz | Anwendungsbereich (Auswahl) |
|---|---|
| 19 % (Normalsatz) | Elektronik, Kleidung, Fahrzeuge, Möbel, Alkohol, Tabak, Dienstleistungen, Getränke in der Gastronomie |
| 7 % (Ermässigt) | Lebensmittel (Grundnahrungsmittel), Bücher und Zeitungen, ÖPNV-Tickets, Beherbergung (Hotel), Speisen in der Gastronomie, Schnittblumen |
| 0 % (Nullsatz) | Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden, Exporte, innergemeinschaftliche Lieferungen |
Hinweis Gastronomie: Für Speisen in der Gastronomie gilt aktuell der ermässigte Satz von 7 %, unabhängig davon, ob sie vor Ort verzehrt, mitgenommen oder geliefert werden. Getränke unterliegen dem Normalsatz (19 %).
Schweiz: MWST-Sätze im Detail
| Steuersatz | Anwendungsbereich (Auswahl) |
|---|---|
| 8.1 % (Normalsatz) | Elektronik, Kleidung, Alkohol, Tabak, Fahrzeuge, Dienstleistungen, Restaurantbesuche (Sitzplatz) |
| 3.8 % (Sondersatz Beherbergung) | Hotelübernachtungen, Ferienwohnungen, Pensionen (inkl. Frühstück) |
| 2.6 % (Reduzierter Satz) | Lebensmittel (ohne Alkohol und Restaurationsleistungen), Medikamente, Bücher, Zeitungen, Wasser in Leitungen, Take-away-Speisen |
Hinweis Take-away CH: Für mitgenommene Speisen (Take-away) gilt der reduzierte Satz von 2.6 %, da diese als Lebensmittellieferung und nicht als Restaurationsleistung gelten. Bestellungen mit Sitzplatz im Restaurant werden mit 8.1 % besteuert.
Österreich: USt-Sätze im Detail
| Steuersatz | Anwendungsbereich (Auswahl) |
|---|---|
| 20 % (Normalsatz) | Elektronik, Kleidung, Fahrzeuge, Alkohol, Kaffee und Tee, Softdrinks, Energie |
| 13 % (Zweiter ermässigter Satz) | Beherbergung (Hotels, Pensionen), Kulturveranstaltungen und Eintritte, Kunstwerke, lebende Tiere und Pflanzen, Brennholz, Ab-Hof-Weinverkauf |
| 10 % (Erster ermässigter Satz) | Die meisten Lebensmittel, Medikamente, Bücher, Zeitungen, ÖPNV-Tickets, Wohnraummiete, Speisen in der Gastronomie |
| 4.9 % (ausgewählte Grundnahrungsmittel) | Brot, Milch, Butter, Eier, heimisches Obst und Gemüse (ab 2. Halbjahr 2026) |
| 0 % (Nullsatz) | Photovoltaikanlagen, Exporte, innergemeinschaftliche Lieferungen; Damenhygieneartikel und Verhütungsmittel |
Hinweis Grundnahrungsmittel AT: Für ausgewählte Grundnahrungsmittel gilt ab dem zweiten Halbjahr 2026 ein reduzierter Satz von 4.9 %. Betroffen sind unter anderem Brot, Milch, Butter, Eier sowie einige heimische Obst- und Gemüsesorten.
Mehrwertsteuer-Sätze nach Warengruppen (DE, CH, AT)
Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Mehrwertsteuersätze für häufig gesuchte Warengruppen und Dienstleistungen im Vergleich zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich. Besonders bei Lebensmitteln, Gastronomie und Beherbergung bestehen teils erhebliche Unterschiede.
Lebensmittel & Grundversorgung
| Warengruppe | DE | CH | AT |
|---|---|---|---|
| Lebensmittel (allgemein) | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| Milch & Milchprodukte | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| Trinkwasser (Leitungswasser) | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| Kaffee & Tee (als Bohne/Beutel) | 7 % | 2.6 % | 20 % |
| Alkohol & Bier | 19 % | 8.1 % | 20 % |
Gastronomie & Beherbergung
| Warengruppe | DE | CH | AT |
|---|---|---|---|
| Restaurant / Café (Sitzplatz, Speisen) | 7 % | 8.1 % | 10 % |
| Restaurant / Café (Getränke) | 19 % | 8.1 % | 20 % |
| Take-away / To-go (Speisen) | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| Beherbergung / Hotel | 7 % | 3.8 % | 13 % |
Bücher, Kultur & Medien
| Warengruppe | DE | CH | AT |
|---|---|---|---|
| Bücher & Zeitschriften (gedruckt) | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| E-Books & digitale Bücher | 7 % | 2.6 % | 10 % |
| Kino & Theater (Eintritte) | 7 % | 8.1 % | 13 % |
| Musik-Downloads / Streaming | 19 % | 8.1 % | 20 % |
Energie & Wohnen
| Warengruppe | DE | CH | AT |
|---|---|---|---|
| Strom | 19 % | 8.1 % | 20 % |
| Heizöl & Gas | 19 % | 8.1 % | 20 % |
| Miete (Wohnraum) | 0 % (befreit) | 0 % (befreit) | 0 % (befreit) |
| Photovoltaik-Anlagen | 0 % | 8.1 % | 20 % |
Verkehr & Transport
| Warengruppe | DE | CH | AT |
|---|---|---|---|
| ÖPNV / Bahn (Nah- & Fernverkehr) | 7 % | 8.1 % | 10 % |
| Taxi / Uber | 7 % | 8.1 % | 10 % |
| Flugtickets (Inlandsflüge) | 19 % | 8.1 % | 13 % |
Gesundheit & Pharma
| Warengruppe | DE | CH | AT |
|---|---|---|---|
| Medikamente (verschreibungspflichtig) | 0 % | 2.6 % | 10 % |
| Medikamente (frei verkäuflich) | 19 % | 2.6 % | 10 % |
| Arztleistungen & Heilbehandlungen | 0 % (befreit) | 0 % (befreit) | 0 % (befreit) |
Sonstiges
| Warengruppe | DE | CH | AT |
|---|---|---|---|
| Autos (Neuwagen) | 19 % | 8.1 % | 20 % |
| Anlagegold & Silber | 0 % (befreit) | 0 % (befreit) | 0 % (befreit) |
Hinweis: Diese Tabelle gibt einen orientierenden Überblick. Die genaue Einordnung einer Ware oder Dienstleistung kann von den vereinfachten Kategorien abweichen. Für verbindliche Auskünfte wende dich an das zuständige Finanzamt, die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) oder einen Steuerberater.
Häufige Fragen zum MWST-Rechner
Antworten auf die meistgestellten Fragen rund um die Mehrwertsteuer in Deutschland, der Schweiz und Österreich.
Geschichte der Mehrwertsteuer: Von Wilhelm von Siemens bis heute
Die Mehrwertsteuer gehört heute zu den wichtigsten Einnahmequellen moderner Staaten. Rund 175 der 193 UN-Mitglieder erheben sie in irgendeiner Form. Dass das Prinzip, nur den Mehrwert zu besteuern statt den gesamten Umsatz, überhaupt existiert, geht auf einen deutschen Industriellen zurück, der die grundlegende Idee schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte.
1918: Die Idee entsteht in Deutschland
Am Ende des Ersten Weltkriegs führte das Deutsche Reich 1918 die erste allgemeine Umsatzsteuer ein (ab 0,5 %). Diese frühe Steuer hatte jedoch einen Konstruktionsfehler: Sie wurde auf jeder Handelsstufe erneut auf den vollen Verkaufspreis erhoben, ohne Abzug der bereits gezahlten Steuer.
Georg Wilhelm von Siemens erkannte diesen Fehler und schlug 1918 eine Alternative vor: eine Steuer, die nur den neu geschaffenen Wert auf jeder Stufe besteuert. Das Konzept der «veredelnden Steuer» war geboren. Sein Bruder Carl Friedrich von Siemens veröffentlichte die Idee 1921 unter dem Titel «Veredelte Umsatzsteuer».
1954: Die erste moderne Mehrwertsteuer entsteht in Frankreich
Maurice Lauré, stellvertretender Direktor der französischen Steuerbehörde, entwickelte die erste praktikable Form der Mehrwertsteuer und führte sie am 10. April 1954 zunächst in der französischen Kolonie Elfenbeinküste ein. Nachdem das Experiment erfolgreich verlaufen war, führte Frankreich die Mehrwertsteuer 1958 auch im Inland ein.
1967 / 1968: Deutschland und die EWG harmonisieren die Umsatzsteuer
Am 1. Januar 1968 trat die Reform in Deutschland in Kraft: Wechsel von der kumulativen Allphasen-Brutto-Umsatzsteuer zur Allphasen-Netto-Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug – der Mehrwertsteuer in ihrer heutigen Form. Der Normalsatz betrug bei Einführung 10 %, der ermässigte Satz 5 %. Bis heute wurde der Normalsatz mehrfach angehoben und liegt seit 2007 bei 19 %.
1995: Die Schweiz führt die MWST ein
Am 1. Januar 1995 trat das neue Mehrwertsteuergesetz in Kraft und ersetzte die bis dahin geltende Warenumsatzsteuer (WUSt) durch ein modernes Allphasensystem mit Vorsteuerabzug. Der anfängliche Normalsatz lag bei 6,2 %, wurde jedoch schrittweise angehoben.
Zeitstrahl: Wichtige Meilensteine
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1918 | Erste deutsche Umsatzsteuer (0,5 %, kumulativ); Georg Wilhelm von Siemens entwickelt das Konzept der «veredelnden Steuer» |
| 1921 | Carl Friedrich von Siemens veröffentlicht «Veredelte Umsatzsteuer» |
| 1954 | Maurice Lauré führt erste moderne Mehrwertsteuer in der franz. Kolonie Elfenbeinküste ein |
| 1958 | Frankreich führt die Mehrwertsteuer (TVA) im Inland ein |
| 1968 | Deutschland wechselt zur Mehrwertsteuer mit Vorsteuerabzug (Normalsatz: 10 %) |
| 1977 | Erste EU-Richtlinie zur Vereinheitlichung des Mehrwertsteuersystems |
| 1995 | Schweiz ersetzt die Warenumsatzsteuer durch die MWST (Normalsatz: 6,2 %) |
| 2007 | Deutschland erhöht den Normalsatz auf 19 % (bis heute gültig) |
| 2024 | Schweiz hebt die MWST-Sätze im Rahmen der AHV-Reform an |
Deutschland und Österreich als EU-Mitglieder folgen der EU-Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie (MwStSystRL), die Mindestsätze und harmonisierte Grundregeln vorschreibt. Die Schweiz hat ihr eigenes System, das zwar ähnlich funktioniert, aber vollständig ausserhalb des EU-Rechtsrahmens steht. Das erklärt unter anderem, warum die Schweizer Sätze deutlich niedriger sind: Die Schweiz ist nicht an die EU-Mindestvorgabe von 15 % für den Normalsatz gebunden.
- Bundesministerium der Finanzen (BMF): Umsatzsteuergesetz (UStG), § 12 Steuersätze. bundesfinanzministerium.de. Normalsatz 19 %, ermässigter Satz 7 % gemäss § 12 Abs. 1 und Abs. 2 UStG. Abgerufen Mai 2026.
- Bundesregierung Deutschland: Steueränderungsgesetz 2025. Entlastungen für Pendler und Gastronomie. bundesregierung.de, Januar 2026. Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 % auf 7 % ab 1. Januar 2026. Bundesrat-Zustimmung 19. Dezember 2025. Sowie: IHK Darmstadt: Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie ab 2026. ihk.de. Abgerufen Mai 2026.
- Bundesministerium der Justiz: Umsatzsteuergesetz (UStG). gesetze-im-internet.de. Gesetzliche Bezeichnung «Umsatzsteuer» in § 1 ff. UStG. Abgerufen Mai 2026.
- Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV): MWST-Sätze. estv.admin.ch. Normalsatz 8.1 %, Sondersatz 3.8 % (Beherbergung), reduzierter Satz 2.6 % seit 1. Januar 2024 aufgrund AHV-Reform (AHV 21). Abgerufen Mai 2026. Sowie: Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG): Neue MWST-Sätze ab 01.01.2024. bazg.admin.ch.
- Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV): Mehrwertsteuergesetz (MWSTG). admin.ch. Mehrwertsteuerpflicht ab Jahresumsatz von 100'000 CHF. Abgerufen Mai 2026.
- Bundesministerium Finanzen Österreich: Umsatzsteuergesetz 1994 (UStG 1994). bmf.gv.at. Normalsatz 20 %, ermässigte Sätze 10 % und 13 % gemäss § 10 UStG 1994. Kleinunternehmergrenze 55'000 EUR Bruttoumsatz ab 2025. Abgerufen Mai 2026.
- Europäische Kommission: VAT rates applied in the Member States of the European Union. ec.europa.eu. Vergleich der Mehrwertsteuersätze in der EU; Schweiz ausserhalb des EU-Systems. Stand 2026. Abgerufen Mai 2026.
- Wirtschaftskammer Österreich (WKO): «Österreich isst informiert»: Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. wko.at, Februar 2026. Senkung auf 4.9 % für Grundnahrungsmittel ab 01.07.2026.
- Wikipedia: Mehrwertsteuer. de.wikipedia.org. Indirekte Steuer; Mehrwertsteuerprinzip mit Vorsteuerabzug. Abgerufen Mai 2026.
- eClear AG: Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer: Das ist der Unterschied. eclear.com, Juli 2024. EU-Vergleich Normalsätze (Ungarn 27 %, Luxemburg 17 %).
- Wikipedia: Mehrwertsteuer der Europäischen Union. de.wikipedia.org. Georg Wilhelm von Siemens 1918; Maurice Lauré 1954; EU-Harmonisierung. Abgerufen Mai 2026.
- Bundesministerium der Finanzen (BMF): 100 Jahre Umsatzsteuer in Deutschland. BMF-Monatsbericht Dezember 2019. Erste Umsatzsteuer August 1918; Reform 1. Januar 1968. Abgerufen Mai 2026.
- UmsatzsteuerRundschau (De Gruyter): 100 Jahre «Veredelte Umsatzsteuer»: die Gebrüder von Siemens und die Erfindung der Mehrwertbesteuerung. Jahrgang 70, Ausgabe 1, 2021.
- Wikipedia: Maurice Lauré. en.wikipedia.org. Erfindung TVA 1954 in franz. Kolonie Elfenbeinküste; Einführung Frankreich inland 1958.
- Wikipedia: Mehrwertsteuer (Schweiz). de.wikipedia.org. Einführung MWST 1. Januar 1995, Ablösung Warenumsatzsteuer (WUSt). Abgerufen Mai 2026.
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