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Kalorienrechner

Mit dem Kalorienrechner berechnest du deinen individuellen Kalorienbedarf: Grundumsatz, Gesamtumsatz (TDEE) sowie ein optionales Kaloriendefizit zum Abnehmen. Gib Grösse, Gewicht, Alter, Geschlecht und Aktivitätsniveau ein. Für Frauen und Männer stehen jeweils angepasste Auswertungen bereit.

Geschlecht

Hinweis: Bei regelmässigem Sport (30–60 Min., 4–5×/Woche) kannst du den PAL-Wert um 0,3 erhöhen.

Schnellantwort

Wie viele Kalorien brauche ich pro Tag?

Für eine durchschnittliche erwachsene Frau mit mässig aktivem Alltag liegt der tägliche Kalorienbedarf laut DGE-Referenzwerten bei etwa 1.800 bis 2.200 kcal. Für einen durchschnittlichen erwachsenen Mann sind es rund 2.300 bis 3.000 kcal. Diese Richtwerte gelten für normalgewichtige Erwachsene zwischen 25 und 50 Jahren. Wer genau wissen möchte, wie viele Kalorien der eigene Körper täglich benötigt, sollte den individuellen Wert mit dem Rechner oben berechnen: Grösse, Gewicht, Alter und Aktivitätsniveau fliessen alle in das Ergebnis ein.

Kalorienrechner Formel: Grundumsatz & Gesamtumsatz berechnen

Der Grundumsatz beschreibt den Energiebedarf des Körpers in vollständiger Ruhe – die Energie, die Herz, Lunge, Gehirn, Nieren und alle anderen Organe benötigen, um am Leben zu bleiben. Er macht etwa 60 bis 70 % des gesamten täglichen Energieverbrauchs aus. Multipliziert man den Grundumsatz mit einem Aktivitätsfaktor (PAL-Faktor), ergibt sich der Gesamtumsatz (TDEE).

Harris-Benedict-Formel

Die Harris-Benedict-Formel wurde 1919 von James Arthur Harris und Francis Gano Benedict am Carnegie Institute of Washington veröffentlicht. Sie war die erste wissenschaftlich fundierte Methode zur Berechnung des Grundumsatzes und berücksichtigt neben Gewicht und Grösse auch Alter und Geschlecht.

Formel – Frauen

655,1 + (9,6 × kg) + (1,8 × cm) − (4,7 × Jahre)

Formel – Männer

66,5 + (13,75 × kg) + (5,0 × cm) − (6,75 × Jahre)

Die Formel basierte ursprünglich auf nur 239 Probanden. Eine überarbeitete Version erschien 1984 (Roza & Shizgal). Dennoch gilt Harris-Benedict heute als weniger zuverlässig als neuere Alternativen.

Mifflin-St-Jeor-Formel

Die Mifflin-St-Jeor-Formel wurde 1990 an der University of Nevada School of Medicine entwickelt und gilt heute als die genaueste unter den gängigen Grundumsatz-Formeln. Die Academy of Nutrition and Dietetics empfiehlt sie als bevorzugte Formel in der ernährungsmedizinischen Praxis.

Formel – Frauen

(10 × kg) + (6,25 × cm) − (5 × Jahre) − 161

Formel – Männer

(10 × kg) + (6,25 × cm) − (5 × Jahre) + 5

Merkmal Harris-Benedict (1919) Mifflin-St-Jeor (1990)
Entwickelt 1919, überarbeitet 1984 1990
Stichprobe 239 Probanden Modernere, grössere Datenbasis
Genauigkeit 40–70 % innerhalb 10 % des Messwertes Zuverlässiger; empfohlen für Übergewichtige und Normalgewichtige
Empfehlung Historisch verbreitet, heute weniger empfohlen Aktueller Standard in der Ernährungsmedizin

PAL-Faktoren Tabelle

Der PAL-Faktor (Physical Activity Level) beschreibt das durchschnittliche Aktivitätsniveau über einen ganzen Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) definiert folgende Richtwerte:

PAL-Faktor Aktivitätsniveau Typische Tätigkeiten
1,2Ausschliesslich sitzend oder liegendBettlägerig, keine Bewegung
1,4–1,5Überwiegend sitzend, kaum FreizeitaktivitätBürotätigkeit, Homeoffice
1,6–1,7Sitzend mit gelegentlicher BewegungBürotätigkeit mit Spaziergängen
1,8–1,9Überwiegend stehend oder gehendVerkäufer, Handwerker, Lehrkräfte
2,0–2,2Körperlich anspruchsvolle ArbeitBauarbeiter, Landwirtschaft
2,3–2,4Schwerarbeit oder LeistungssportForstarbeit, Profisport

Für regelmässigen Sport (30–60 Min., 4–5 Mal pro Woche) können zusätzlich 0,3 PAL-Einheiten addiert werden.

Rechenbeispiele

Beispiel Frau (Mifflin-St-Jeor)

30 Jahre, 65 kg, 168 cm, Büro (PAL 1,5)

SchrittErgebnis
Grundumsatz1.389 kcal/Tag
TDEE (× 1,5)2.084 kcal/Tag
Abnehmen (−500)1.584 kcal/Tag

Beispiel Mann (Mifflin-St-Jeor)

35 Jahre, 85 kg, 180 cm, mässig aktiv (PAL 1,7)

SchrittErgebnis
Grundumsatz1.805 kcal/Tag
TDEE (× 1,7)3.069 kcal/Tag
Abnehmen (−500)2.569 kcal/Tag

Was sind Kalorien? Kalorien & Kilokalorien einfach erklärt

Eine Kilokalorie (kcal) ist die Energiemenge, die benötigt wird, um einen Liter Wasser um ein Grad Celsius zu erwärmen. Im Alltag werden die Begriffe «Kalorie» und «Kilokalorie» oft gleichbedeutend verwendet, obwohl sie sich technisch um den Faktor 1.000 unterscheiden: 1 kcal = 1.000 cal. Was auf Lebensmittelverpackungen und in Kalorientabellen als «Kalorien» steht, meint in der Regel Kilokalorien.

Kalorie und Kilojoule: Was ist der Unterschied?

In der Wissenschaft ist das Joule (J) die offizielle SI-Einheit für Energie. Auf Lebensmittelverpackungen in der EU sind Hersteller verpflichtet, den Energiegehalt sowohl in Kilojoule (kJ) als auch in Kilokalorien (kcal) anzugeben. Als Faustformel gilt: kcal × 4 ≈ kJ.

Einheit Definition Umrechnung
1 cal (Kalorie)Energie, um 1 g Wasser um 1 °C zu erwärmen4,184 J
1 kcal (Kilokalorie)1.000 Kalorien4,184 kJ
1 kJ (Kilojoule)SI-Einheit der Energie0,239 kcal

Brennwerte der Makronährstoffe: Die Atwater-Faktoren

Wie viele Kalorien ein Lebensmittel liefert, hängt von seiner Zusammensetzung aus Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen und Alkohol ab. Die Grundlage liefert das Atwater-System, benannt nach dem amerikanischen Chemiker Wilbur Olin Atwater (1844–1907), der in den 1890er-Jahren den Energiegehalt von Lebensmitteln systematisch durch Verbrennungsexperimente bestimmte.

Makronährstoff kcal/g kJ/g
Kohlenhydrate4 kcal/g17 kJ/g
Protein (Eiweiss)4 kcal/g17 kJ/g
Fett9 kcal/g37 kJ/g
Alkohol7 kcal/g29 kJ/g
Ballaststoffeca. 2 kcal/gca. 8 kJ/g

Rechenbeispiel: 20 g Protein + 5 g Fett + 30 g KH = (20×4) + (5×9) + (30×4) = 80 + 45 + 120 = 245 kcal / 100 g

Was ist TDEE?

TDEE steht für Total Daily Energy Expenditure – Gesamtenergieverbrauch pro Tag. Er beschreibt die Gesamtmenge an Kalorien, die der Körper innerhalb von 24 Stunden verbraucht, einschliesslich Grundumsatz, körperlicher Aktivität und Thermogenese. Wer dauerhaft weniger isst als sein TDEE, nimmt ab; wer mehr isst, nimmt zu; wer gleich viel isst, hält sein Gewicht.

Kalorientabelle: Richtwerte nach Alter, Geschlecht & Aktivität

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) leitet ihre Richtwerte anhand von Referenzpersonen mit einem mittleren BMI von 22 ab. Die Werte gelten für normalgewichtige, gesunde Erwachsene und dienen als Orientierung, nicht als starre Vorgabe.

Kalorientabelle Frauen nach Alter

Altersgruppe PAL 1,4 (wenig aktiv) PAL 1,6 (mässig aktiv) PAL 1,8 (aktiv)
19–24 Jahreca. 1.900 kcalca. 2.200 kcalca. 2.400 kcal
25–50 Jahre1.800 kcal2.000 kcal2.400 kcal
51–64 Jahre1.700 kcal1.900 kcal2.200 kcal
Ab 65 Jahren1.600 kcal1.800 kcal2.100 kcal
Lebensphase Mehrbedarf pro Tag
Schwangerschaft, 2. Trimester (ab 4. Monat)+250 kcal
Schwangerschaft, 3. Trimester (ab 7. Monat)+500 kcal
Stillzeit (erste 4–6 Monate)+500 kcal

Kalorientabelle Männer nach Alter

Männer haben aufgrund eines höheren Muskelanteils einen durchgängig grösseren Kalorienbedarf. Der Unterschied beträgt bei gleicher Aktivität und gleichem Alter im Schnitt 400–500 kcal pro Tag.

Altersgruppe PAL 1,4 (wenig aktiv) PAL 1,6 (mässig aktiv) PAL 1,8 (aktiv)
19–24 Jahreca. 2.400 kcalca. 2.700 kcalca. 3.100 kcal
25–50 Jahre2.300 kcal2.600 kcal3.000 kcal
51–64 Jahre2.200 kcal2.500 kcal2.800 kcal
Ab 65 Jahren2.000 kcal2.300 kcal2.600 kcal

Quelle: DGE-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2024. Werte gerundet; Basis BMI 22, normalgewichtige Referenzperson.

Kalorientabelle: Kalorien gängiger Lebensmittel

Die folgende Tabelle listet häufig gesuchte Lebensmittel mit ihrem Kaloriengehalt pro Portion und pro 100 g. Werte basieren auf den Daten der USDA-Nährwertdatenbank und Herstellerangaben.

Obst & Beeren

Lebensmittel Portion kcal/Portion kcal/100 g
Banane1 mittel (120 g)10589
Apfel1 mittel (182 g)9552
Wassermelone1 Scheibe (280 g)8430
Avocado½ Frucht (100 g)160160
Erdbeeren100 g3232
Birne1 mittel (178 g)9855
Mandarine1 mittel (75 g)4053
Weintrauben100 g6767
Orange1 mittel (130 g)6247
Heidelbeeren100 g5757
Nektarine1 mittel (140 g)6044
Ananas100 g5050
Kiwi1 Stück (75 g)4256
Mango100 g6565
Honigmelone1 Scheibe (150 g)5436
Kirschen100 g6363
Himbeeren100 g5252
Datteln100 g277277
Pfirsich1 mittel (150 g)5939
Pflaume1 mittel (60 g)3046

Gemüse

Lebensmittel Portion kcal/Portion kcal/100 g
Kartoffel (roh)100 g7777
Tomate1 mittel (120 g)2218
Karotte1 mittel (85 g)3541
Gurke100 g1212
Kartoffel (gekocht)100 g7171
Süsskartoffel100 g8686
Zucchini100 g1717
Kohlrabi100 g2727
Paprika (rot)1 mittel (120 g)3731
Zwiebel1 mittel (110 g)4440
Champignons100 g2222
Spargel100 g2020
Hokkaido-Kürbis100 g4040
Aubergine100 g2525

Getreide & Backwaren

Lebensmittel Portion kcal/Portion kcal/100 g
Brezel1 Stück (80 g)218272
Brötchen (Weizenbrötchen)1 Stück (50 g)140280
Reis (ungekocht)100 g358358
Laugenstange1 Stück (90 g)245272
Reis (gekocht)100 g130130
Croissant1 Stück (57 g)231406
Haferflocken100 g372372
Gnocchi (gekocht)100 g130130
Couscous (gekocht)100 g112112
Zwieback1 Stück (10 g)40395
Spaghetti (gekocht)100 g158158
Toastbrot1 Scheibe (30 g)80265

Fleisch, Fisch & Eier

Lebensmittel Portion kcal/Portion kcal/100 g
Ei (gekocht)1 Stück (50 g)78155
Döner (normal)1 Portion (350 g)700200
Spiegelei1 Stück (50 g)90180
Lachs100 g208208
Leberkässemmel1 Stück (200 g)480240
Fischstäbchen1 Stück (25 g)56225
Weisswurst1 Stück (90 g)185205
Leberkäse1 Scheibe (100 g)310310
Hähnchenbrust100 g105105
Frikadelle1 Stück (80 g)200250

Hinweis: Die Kalorienangaben für Döner und Leberkässemmel sind Schätzwerte und können je nach Zubereitung und Portionsgrösse erheblich variieren.

Milchprodukte & Käse

Lebensmittel Portion kcal/Portion kcal/100 g
Magerquark100 g6767
Mozzarella100 g254254
Feta100 g264264
Tofu100 g7676
Hafermilch100 ml4343
Naturjoghurt (3,5 %)100 g6161

Snacks, Süsses & Fast Food

Lebensmittel Portion kcal/Portion kcal/100 g
Pizza (Margherita)1 Scheibe (100 g)200200
Popcorn (gesalzen)100 g480480
Snickers1 Riegel (50 g)245490
Berliner (Pfannkuchen)1 Stück (70 g)255364
Pommes fritesPortion (150 g)450300
Sushi (Nigiri)1 Stück (30 g)48160
Haferflocken (Müsli)100 g372372
Datteln5 Stück (50 g)139277
Currywurst mit Pommes1 Portion (400 g)880220
Cheeseburger1 Stück (130 g)303233
Reiswaffel1 Stück (9 g)35392
Walnüsse100 g654654
Chia-Samen100 g486486
Nutella1 EL (15 g)81539
Olivenöl1 EL (10 g)88884

Getränke

Lebensmittel Portion kcal/Portion kcal/100 ml
Bier (Pils, 5 %)0,33 l13843
Alkoholfreies Bier0,33 l5517
Latte Macchiato300 ml12040
Aperol Spritz200 ml12060
Wodka1 Shot (40 ml)97231
Weisswein1 Glas (150 ml)10570
Orangensaft (frisch)200 ml8844

Alle Werte für rohe oder unverarbeitete Lebensmittel, sofern nicht anders angegeben. Zubereitungsart und Portionsgrösse können die tatsächlichen Kalorienwerte erheblich beeinflussen.

Häufige Fragen zum Kalorienrechner

Antworten auf die meistgestellten Fragen.

Der persönliche Tagesbedarf hängt von Alter, Geschlecht, Grösse, Gewicht und Aktivitätsniveau ab. Als grobe Orientierung gilt laut DGE: Frauen benötigen im Schnitt rund 1.800 bis 2.400 kcal pro Tag, Männer rund 2.300 bis 3.000 kcal. Für den individuellen Wert empfiehlt sich die Berechnung mit dem Kalorienrechner oben auf dieser Seite.
Der Kalorienbedarf ergibt sich aus zwei Schritten: Zuerst wird der Grundumsatz berechnet, also der Energiebedarf in vollständiger Ruhe. Dafür eignet sich die Mifflin-St-Jeor-Formel (1990), die als genaueste gängige Formel gilt. Anschliessend wird der Grundumsatz mit dem PAL-Faktor multipliziert, der das Aktivitätsniveau abbildet. Das Ergebnis ist der Gesamtumsatz (TDEE), also der tatsächliche Tagesbedarf.
Wer sein Gewicht halten möchte, sollte in etwa so viele Kalorien zu sich nehmen, wie der Körper täglich verbraucht (TDEE). Wer abnehmen möchte, sollte ein Defizit von 300 bis 500 kcal pro Tag anstreben, was einer gesunden Gewichtsabnahme von rund 0,3 bis 0,5 kg pro Woche entspricht. Den genauen persönlichen Bedarf ermittelt der Kalorienrechner oben.
Der tägliche Kalorienverbrauch setzt sich aus drei Teilen zusammen: Der Grundumsatz macht rund 60 bis 70 Prozent aus, körperliche Aktivität rund 20 bis 30 Prozent und die Thermogenese bei der Verdauung etwa 10 Prozent. Die Summe ergibt den TDEE. Für eine durchschnittliche Frau liegt er bei etwa 1.800 bis 2.400 kcal, für einen durchschnittlichen Mann bei etwa 2.300 bis 3.000 kcal pro Tag.
Für eine nachhaltige Gewichtsabnahme empfiehlt die DGE ein tägliches Kaloriendefizit von 300 bis 500 kcal unter dem individuellen Gesamtumsatz (TDEE). 500 kcal weniger pro Tag entspricht rechnerisch rund 0,5 kg Gewichtsabnahme pro Woche. Ein Defizit von mehr als 1.000 kcal täglich gilt als gesundheitlich bedenklich. Als Mindestgrenze gilt der eigene Grundumsatz, den man dauerhaft nicht unterschreiten sollte.
Der Grundumsatz lässt sich mit der Mifflin-St-Jeor-Formel berechnen, die 1990 veröffentlicht wurde und als genaueste gängige Methode gilt. Für Frauen: (10 × Gewicht in kg) + (6,25 × Grösse in cm) − (5 × Alter in Jahren) − 161. Für Männer: (10 × Gewicht in kg) + (6,25 × Grösse in cm) − (5 × Alter in Jahren) + 5. Alternativ ist auch die ältere Harris-Benedict-Formel von 1919 verbreitet.
Der Grundumsatz ist die Energiemenge, die der Körper in vollständiger Ruhe pro Tag benötigt, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten: Herzschlag, Atmung, Körperwärme, Organfunktionen und Zellerneuerung. Er macht rund 60 bis 70 Prozent des gesamten täglichen Kalorienverbrauchs aus und ist abhängig von Alter, Geschlecht, Körpergrösse und Körpergewicht.
Eine Kilokalorie (kcal) ist die Energiemenge, die benötigt wird, um einen Liter Wasser um ein Grad Celsius zu erwärmen. Im Alltag wird kcal oft einfach als Kalorie bezeichnet. 1 kcal entspricht 4,184 Kilojoule (kJ). Auf Lebensmittelverpackungen in der EU wird der Energiegehalt immer in beiden Einheiten angegeben: kJ und kcal.
Technisch sind Kalorie (cal) und Kilokalorie (kcal) verschiedene Einheiten: 1 kcal = 1.000 cal. Im Alltag und in der Ernährungswissenschaft ist mit dem Begriff Kalorien jedoch fast immer Kilokalorien gemeint. Was auf Lebensmittelverpackungen, in Apps und in der Diätberatung als Kalorien angegeben wird, sind stets Kilokalorien.
PAL steht für Physical Activity Level und bezeichnet das durchschnittliche körperliche Aktivitätsniveau einer Person über einen Tag. Er wird mit dem Grundumsatz multipliziert, um den Gesamtenergiebedarf (TDEE) zu berechnen. Die DGE-Werte reichen von 1,2 (kaum Bewegung) bis 2,4 (Schwerarbeit oder Leistungssport). Für Bürotätige liegt der Wert typischerweise zwischen 1,4 und 1,6.
Ein Kilogramm Körperfett entspricht einem Energiegehalt von rund 7.700 kcal. Wer täglich 500 kcal unter seinem Gesamtumsatz isst, verliert rechnerisch etwa 0,5 kg Körperfett pro Woche. Bei 1.000 kcal Defizit pro Tag wären es theoretisch 1 kg pro Woche, was jedoch an die gesundheitliche Grenze geht.

Grenzen des Kalorienrechners: Was die Formel nicht erfasst

Der Kalorienrechner liefert einen wissenschaftlich fundierten Richtwert. Wie alle Formeln basiert er jedoch auf Durchschnittswerten einer Referenzpopulation. Studien zeigen, dass selbst die genauesten Formeln bei einzelnen Personen um 10 bis 20 Prozent vom tatsächlich gemessenen Energieverbrauch abweichen können.

Muskelmasse und Körperzusammensetzung

Alle gängigen Grundumsatz-Formeln berechnen den Energiebedarf anhand von Gewicht, Grösse, Alter und Geschlecht. Zwei Personen mit identischen Eingabewerten erhalten denselben Grundumsatz, auch wenn eine Person erheblich mehr Muskelmasse hat. Muskelgewebe verbraucht im Ruhezustand mehr Energie als Fettgewebe: 1 kg Muskelmasse verbraucht täglich rund 13 bis 26 kcal mehr als 1 kg Fettgewebe.

Hormonstatus

Hormone beeinflussen den Stoffwechsel erheblich, fliessen aber in keine der gängigen Formeln ein. Schilddrüsenhormone regulieren den Grundumsatz direkt. Cortisol, Insulin, Leptin und Sexualhormone wirken ebenfalls auf den Energiestoffwechsel ein. Auch Medikamente können den tatsächlichen Energieverbrauch merklich verschieben.

Adaptiver Stoffwechsel bei Kalorienreduktion

Wer über einen längeren Zeitraum deutlich weniger Kalorien isst, löst eine Stoffwechselanpassung aus: Der Körper senkt seinen Energieverbrauch als Schutzreaktion. Gleichzeitig baut der Körper bei extremem Energiemangel bevorzugt Muskelmasse ab, was den Grundumsatz weiter senkt und den Jojo-Effekt begünstigt. Ein tägliches Defizit von 300 bis 500 kcal minimiert diese Anpassungsreaktionen.

Wann ärztliche Beratung sinnvoll ist

Der Kalorienrechner ersetzt keine medizinische Beratung. Wer unter einer Stoffwechsel- oder Schilddrüsenerkrankung leidet, Medikamente einnimmt, schwanger ist oder stillt, stark übergewichtig ist (BMI über 30) oder trotz konsequentem Kaloriendefizit kein Gewicht verliert, sollte die Ergebnisse des Rechners mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.

Geschichte der Kalorie: Von Lavoisier bis heute

Die Kalorie ist heute allgegenwärtig: auf Lebensmittelverpackungen, in Fitness-Apps, in Ernährungsberatungen. Dabei hat die Einheit eine über 200-jährige Geschichte hinter sich, die in der Physik begann, über die Ernährungswissenschaft in den Alltag fand und bis heute von wissenschaftlicher Debatte begleitet wird.

18. Jahrhundert: Lavoisier und die Kalorimetrie

Der Grundstein wurde im 18. Jahrhundert gelegt. Der französische Chemiker Antoine Laurent de Lavoisier (1743–1794) entwickelte um 1789 das erste Kalorimeter und führte die ersten systematischen Experimente zur indirekten Kalorimetrie durch. Lavoisier zeigte, dass tierische Verbrennung und chemische Verbrennung nach denselben Prinzipien funktionieren.

1819–1824: Nicolas Clément definiert die Kalorie

Der Begriff Kalorie als physikalische Einheit geht auf den französischen Physiker und Chemiker Nicolas Clément (1779–1841) zurück. Er lehrte die Kalorie zwischen 1819 und 1824 in Vorlesungen am Conservatoire des Arts et Métiers in Paris. 1845 erschien der Begriff im nationalen Wörterbuch Dictionnaire National, 1863 gelangte er durch eine englische Übersetzung in die angelsächsische Wissenschaftssprache.

1890er Jahre: Wilbur Atwater und die Nahrungskalorie

Der amerikanische Chemiker Wilbur Olin Atwater (1844–1907) analysierte ab den 1890er Jahren den Kaloriengehalt von über 500 Lebensmitteln. Aus seinen Messungen entstanden die bis heute gültigen Atwater-Faktoren: 4 kcal/g für Kohlenhydrate und Protein, 9 kcal/g für Fett.

1918: Das erste Kalorienbuch

1918 veröffentlichte die amerikanische Ärztin Lulu Hunt Peters das erste populäre Diätbuch der Geschichte: «Diet and Health: With Key to the Calories». Es war das erste Buch, das Kalorienzählen als Methode zur Gewichtsabnahme einem breiten Publikum vermittelte, und wurde in den 1920er Jahren zum Bestseller.

Heute: Debatte um Nahrungsqualität

Seit den 2000er Jahren wächst in der Ernährungswissenschaft die Kritik am reinen Kalorienzählen. Die NOVA-Klassifikation stuft ultraprozessierte Lebensmittel unabhängig von ihrem Kaloriengehalt als gesundheitlich problematisch ein. Studien zeigen, dass die tatsächlich vom Körper aufgenommene Energie je nach Lebensmittel variieren kann. Die Kalorie bleibt dennoch das meistgenutzte Werkzeug zur Einschätzung des Energiegehalts von Nahrung.

Jahr Ereignis
Um 1789Lavoisier entwickelt das Kalorimeter
1819–1824Nicolas Clément definiert die Kalorie als Wärmeeinheit
1845Kalorie erscheint im französischen Nationallexikon
1890er JahreAtwater misst Kaloriengehalt von über 500 Lebensmitteln; Atwater-Faktoren entstehen
1918Lulu Hunt Peters veröffentlicht erstes populäres Diätbuch
20. Jh.WHO und DGE standardisieren Tagesrichtwerte
HeuteWissenschaftliche Debatte um Grenzen der Kalorie; NOVA-Klassifikation als Alternativansatz
  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): PAL-Werte bei unterschiedlichen Berufs- und Freizeitaktivitäten. dge.de, Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Abgerufen Mai 2026. Sportbonus von +0,3 PAL für 30–60 Min. Sport an 4–5 Tagen pro Woche ebenda.
  2. Verbraucherzentrale NRW: Ernährung, Umsatz, Kalorien: Wie viel Energie benötigt der Körper? verbraucherzentrale.nrw, aktualisiert März 2026. Empfehlung 300–500 kcal Defizit für schonende Gewichtsabnahme.
  3. Gesundheitstrends.com: So berechnest du deinen Grundumsatz. gesundheitstrends.com, August 2025. Muskelmasse und Grundumsatz; geschlechtsspezifische Unterschiede. Langfristige Steigerung des Grundumsatzes um 7–8 % durch Muskelaufbau ebenda.
  4. Mifflin MD, St Jeor ST, Hill LA et al.: A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals. The American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 51 (2), 1990, S. 241–247. DOI: 10.1093/ajcn/51.2.241. Formel für Frauen und Männer; empfohlen von der Academy of Nutrition and Dietetics als genauester Prädiktor des Ruheumsatzes.
  5. Harris JA, Benedict FG: A Biometric Study of Basal Metabolism in Man. Carnegie Institution of Washington, 1919. Überarbeitete Version: Roza AM, Shizgal HM: The Harris Benedict equation reevaluated. The American Journal of Clinical Nutrition, Juli 1984.
  6. D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 8. aktualisierte Ausgabe, 2024. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung. Richtwerte Energiezufuhr nach Alter, Geschlecht und PAL; Mehrbedarf Schwangerschaft und Stillzeit ebenda. Sowie: DGE-Pressemitteilung: Neue Referenzwerte für die Energiezufuhr. dge.de. Abgerufen Mai 2026.
  7. USDA FoodData Central: National Nutrient Database. fdc.nal.usda.gov. Nährwerte pro 100 g für alle aufgeführten Lebensmittel; Portionsgrössen und kcal/Portion daraus abgeleitet. Abgerufen Mai 2026. Angaben für Döner und Currywurst mit Pommes sind Schätzwerte auf Basis von Rezepturanalysen.
  8. Wikipedia: Kalorie. de.wikipedia.org. Definition Kilokalorie; Pflichtangabe kJ und kcal auf Lebensmittelverpackungen laut EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Abgerufen Mai 2026. Sowie: Konverta: Kilokalorien in Kilojoule umrechnen. konverta.info, abgerufen Mai 2026.
  9. Pharmazeutische Zeitung: Energiegehalt der Nahrung: Wer Kalorien zählt, hat sich schon verrechnet. pharmazeutische-zeitung.de, März 2023. Atwater-Faktoren 4-9-4; Wilbur Olin Atwater 1844–1907; Experimente 1890er-Jahre. Sowie: Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI): Bombenkalorimetrie und Nährwertkennzeichnung. mri.bund.de.
  10. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) / Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2024. Energie-Richtwerte nach Alter, Geschlecht und PAL; Basis BMI 22.
  11. smart-rechner.de: Kalorienbedarfsrechner. Grundumsatz als 60–70 % des TDEE; Aktivität ca. 20–30 %; Thermogenese ca. 10 %. Abgerufen Mai 2026.
  12. Frankenfield D, Roth-Yousey L, Compher C: Comparison of predictive equations for resting metabolic rate in healthy nonobese and obese adults: a systematic review. Journal of the American Dietetic Association, Mai 2005, Vol. 105 (5), S. 775–789. DOI: 10.1016/j.jada.2005.02.005.
  13. i-gb.de: Kalorienverbrauch einfach erklärt. Abweichung der Formeln von 10–20 %; Energieverbrauch 1 kg Muskel vs. 1 kg Fett (13–26 kcal/Tag). Abgerufen Mai 2026.
  14. Stiftung Gesundheitswissen: Kalorienbedarf schnell & kostenfrei ermitteln. stiftung-gesundheitswissen.de. Hormone: Adrenalin, Schilddrüsenhormone erhöhen Grundumsatz; Cortisol senkt ihn; genetische Faktoren; Formeln berücksichtigen Hormone nicht. Abgerufen Mai 2026.
  15. Stratefit.de: Jojo-Effekt: Wie funktioniert er und was bedeutet das? stratefit.de. Adaptiver Stoffwechsel bei Kalorienreduktion; Muskelabbau bei extremem Defizit; moderates Defizit 300–500 kcal empfohlen. Abgerufen Mai 2026.
  16. Hargrove JL: History of the calorie in nutrition. Journal of Nutrition, Dezember 2006, 136(12): 2957–2961. Nicolas Clément 1819–1824; Bescherelle-Lexikon 1845; Atwater 1887. Sowie: lci-koeln.de: Was sind eigentlich Kalorien? Lavoisier und Kalorimeter. Abgerufen Mai 2026.
  17. Gannikus.de: Die Geschichte der Kalorien bis hin zum modernen Bodybuilding. gannikus.de, Oktober 2021. Wilbur Atwater 1890er Jahre; über 500 Lebensmittel analysiert; Lulu Hunt Peters 1918; Bestseller 1920er Jahre. Primärquelle: Heffernan C.: The History of Calorie Counting in Bodybuilding, FitnessVolt, 2019.
  18. Hyperactive.wien: Die Geschichte der Kalorien: Vom Labor zur Smartwatch. hyperactive.wien, Februar 2025. NOVA-Klassifikation und Grenzen des Kalorienzählens. Sowie: Pharmazeutische Zeitung: Energiegehalt der Nahrung: Wer Kalorien zählt, hat sich schon verrechnet. pharmazeutische-zeitung.de, März 2023.